Marta in Masindi

3. Oktober 2022

Wie sehr hat sich Uganda in drei Jahren verändert!

Die Straßen zwischen den Städten sind gut ausgebaut, es gibt immer mehr Restaurants mit kostenlosem Internetzugang, die Preise sind auch für die "Mittelschicht" bezahlbar und die Motorrad-Taxifahrer "boda boda drivers" tragen endlich Helme auf dem Kopf. Eltern sprechen häufig über Verhütung und dem Streben nach kleinen Familien. Sie haben dabei häufig einen starken qualitativen Fokus auf Bildung. Unsere weiblichen Mitarbeiterinnen weigern sich, ohne Liebe und Partnerschaft zu heiraten… Ist dies nicht wunderbar? Uganda blüht auf und mit dem Land unser Projekt!


Fotographie von Marta Kowalska

Sicherlich habt ihr in den vergangenen Jahren viele schöne Fotos von unserem Haus gesehen. Marta Kowalska, die im Jahr 2017 unsere Freiwillige war, hat uns einige schöne Fotos von ihrer Freiwilligenarbeit hinterlassen. In diesem Jahr hatten wir beschlossen, gemeinsam nach Uganda zu fliegen. Marta dokumentierte unsere Aktivitäten in Form wunderschöner Fotos. Ich füge hier einige bei. Weitere findet ihr in unseren sozialen Netzwerken.


Window of Life auf Instagram

Wir haben beschlossen, mit der Zeit zu gehen und bieten nun auch auf Instagram Einblicke in das Leben unserer Kinder in Masindi. Ihr könnt uns unter dem Namen window_of_life_uganda finden.


 Erwerb eines eigenen Grundstücks 

Als wichtigste Nachricht möchte ich euch mitteilen, dass es uns nach 10 Jahren der Überlegungen, des Sparens (im polnischen Verein) und der formalen Vorbereitungen gelungen ist, ein eigenes Grundstück zu kaufen! Die polnische Stiftung hat 75 % des Preises aus ihren Ersparnissen bezahlt, damit uns das Land nicht verloren geht. Die restlichen 25 % sammeln wir als deutscher Verein über betterplace.org . Wir brauchen noch etwa 4.000 EUR. Wenn ihr also spenden möchtet oder eure Freund*innen dafür begeistern könnt, tut das bitte! Folgt einfach folgendem Link: Window of Life auf betterplace.
 
Wo und warum dieses Land? Durch eine erstaunliche Fügung des Schicksals tauchte im Dezember hinter dem Zaun unseres jetzigen Hauses ein Grundstück zum Verkauf auf. Mitten in der Stadt Masindi war dies in den letzten Jahren für uns undenkbar. Aber dennoch! Die unmittelbare Nachbarschaft zu unserem derzeitigen (gemieteten) Grundstück wird uns nicht nur ermöglichen, ein neues eigenes Kinderheim zu bauen, sondern auch einige neue Ideen zu verwirklichen, die sich bereits in unseren Köpfen abzeichnen: eine anständige Bibliothek mit Arbeitsraum und Zugang zu Computern, vielleicht ein eigener Kindergarten, neue Gartenprojekte.


Die Kinder sind wieder in der Schule!

Fast zwei Jahre lang sind ugandische Kinder nicht zur Schule gegangen! Die Bildungslücke, die in diesem Land entstanden ist, wird eine ganze Generation prägen. Als im Januar 2022 die Schulen wieder geöffnet wurden, kehrten viele Kinder nicht zurück, da sie ihre Familien während der Pandemie unterstützen mussten und auf der Suche nach Arbeit waren. Viele Mädchen wurden verheiratet oder einfach ins Erwachsenenleben gezwungen. Kinder, die es geschafft haben, in die Schule zurückzukehren, fangen oft bei Null an, da sie nach zwei Jahren ohne Unterricht alle Grundlagen aus der Zeit vor der Pandemie vergessen haben. Wir lesen bereits von einer verlorenen Generation. Dank Ihrer und eurer Unterstützung und der Tatsache, dass wir rechtlich als große Familie eingestuft wurden, konnten unsere Kinder ihre Ausbildung zu Hause fortsetzen. Die dafür eingestellten Lehrer*innen unterrichteten vier Altersgruppen, so dass unsere Kinder und Jugendlichen im Bildungssystem bleiben konnten. Leider hatten die meisten Kinder in Uganda nicht so viel Glück.


Zusammenarbeit mit verantwortungsbewussten Unternehmen

Vielleicht erinnert ihr euch, dass unsere Freunde Thomas und Calvin aus Australien im letzten Jahr die Mitfinanzierung des Kinderheimes in Masindi eingestellt haben. Wir versuchen immer noch, die durch ihren Weggang entstandene Lücke zu schließen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Thomas inzwischen dauerhaft nach Uganda gezogen ist und wir in ihm eine solide Unterstützung für Maria und das Projekt vor Ort haben. Sein Ziel ist es, ein Netzwerk verantwortungsbewusster Unternehmen mit fairer Beschäftigung für Menschen mit schwierigem Zugang zum Arbeitsmarkt zu schaffen, insbesondere für Menschen mit Behinderungen oder ohne Ausbildung. Die ersten Erfolge sind ein wunderschönes Café, in dem ein blinder Mann Küchenchef ist, und eine Schreinerei, in der nicht nur Männer, sondern auch junge Frauen ihre Talente entwickeln können. Wir arbeiten derzeit gemeinsam an einem Ausbildungsprogramm für unsere Jugendlichen und nutzen Synergien zwischen dem Unternehmen und dem Kinderheim.



Wir suchen Freiwillige!

Die Flugzeuge fliegen wieder, immer mehr Menschen reisen um die Welt, langsam wachen viele von uns aus ihrem Pandemieschlaf auf. In den letzten zwei Jahren hat sich nur ein Freiwilliger - Alex - getraut, bei uns mitzumachen. Alex verbrachte 6 Monate in Masindi! Wir stellen jedoch fest, dass es an freiwilligen Helfer*innen im Heim mangelt. Pädagogische Spiele, Unterstützung bei alltäglichen Schwierigkeiten, gemeinsames Kochen, Projekte und die Entwicklung der Infrastruktur im Kinderheim - das sind traditionell die Bereiche, in denen sich Freiwillige engagieren. Wir laden Alle ein, sich uns wieder anzuschließen.



Wir grüßen euch alle ganz herzlich, danken für eure bisherige Unterstützung und freuen uns, wenn ihr uns weiter begleitet und unterstützt, vor allem, wenn wir bald mit dem Bau unseres eigenen Hauses beginnen!